Das Wichtigste in Kürze
- Die Wahl des Energieträgers für die Heizung gehört zu den wichtigsten Entscheidungen für jeden Hausbesitzer.
Heizöl vs. Gas — Der große Vergleich für Hausbesitzer
Die Wahl des Energieträgers für die Heizung gehört zu den wichtigsten Entscheidungen für jeden Hausbesitzer. Heizöl und Erdgas sind die beiden meistgenutzten fossilen Energieträger in Deutschland, und beide haben spezifische Vor- und Nachteile. Als Heizöllieferant mit über 137 Jahren Erfahrung kennen wir beide Seiten und möchten Ihnen einen ehrlichen, faktenbasierten Vergleich bieten.
Kosten im direkten Vergleich
Beim Kostenvergleich müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden. Die reinen Brennstoffkosten schwanken bei beiden Energieträgern, wobei Heizöl in den letzten Jahren preislich wettbewerbsfähig geblieben ist. Ein Liter Heizöl hat einen Energiegehalt von etwa 10 kWh, während ein Kubikmeter Erdgas rund 10,3 kWh liefert — die Energiedichte ist also nahezu identisch.
Der entscheidende Unterschied liegt in der Preisgestaltung: Erdgaskunden sind an ihren Versorger gebunden und haben nur begrenzte Wechselmöglichkeiten. Heizölkunden hingegen können den Bestellzeitpunkt frei wählen und von Preisschwankungen profitieren. Wer im Sommer bestellt oder Sammelbestellungen mit Nachbarn organisiert, spart oft erheblich.
Die Anschaffungskosten für die Heizungsanlage sind vergleichbar: Eine Öl-Brennwertheizung kostet 8.000 bis 12.000 Euro, eine Gas-Brennwertheizung 6.000 bis 10.000 Euro. Beim Heizöl kommen allerdings die Kosten für den Tank hinzu, die sich auf 2.000 bis 4.000 Euro belaufen.
Versorgungssicherheit
Die Versorgungssicherheit ist ein Punkt, an dem Heizöl klar punktet. Wer einen vollen Öltank hat, ist für Monate versorgt — unabhängig von Lieferengpässen, Pipelinestörungen oder geopolitischen Krisen. Die Gaskrise 2022 hat vielen Gasheizungsbesitzern deutlich vor Augen geführt, wie abhängig sie von funktionierenden Lieferketten sind.
Heizöl wird in Deutschland aus verschiedenen Quellen bezogen und kann problemlos gelagert werden. Ein typischer Haustank fasst 3.000 bis 5.000 Liter und deckt den Jahresbedarf eines Einfamilienhauses. Der Hausbesitzer entscheidet selbst, wann und wie viel er bestellt — ein enormer Vorteil in unsicheren Zeiten.
Erdgas hingegen wird leitungsgebunden geliefert. Bei Störungen im Gasnetz oder politisch bedingten Lieferausfällen haben Verbraucher keine Reserven. Die Speicherung erfolgt zentral in Gasspeichern, auf deren Füllstand der einzelne Verbraucher keinen Einfluss hat.
Lagerung und Platzbedarf
Der Platzbedarf für einen Heizöltank ist ein häufig genannter Nachteil. Ein 3.000-Liter-Tank benötigt etwa 3 bis 4 Quadratmeter Kellerfläche. Moderne Batterie-Tanks können flexibel aufgestellt werden und passen sich dem verfügbaren Raum an. Erdtanks im Garten sind eine platzsparende Alternative, bei der kein Kellerraum belegt wird.
Erdgas benötigt keinen Speicherplatz im Haus, was besonders bei kleinen Kellern oder Neubauten ohne Unterkellerung vorteilhaft ist. Allerdings ist ein Gasanschluss erforderlich, der in ländlichen Gebieten des Bergischen Landes nicht überall verfügbar ist. In vielen Ortsteilen von Remscheid, Solingen und Wuppertal fehlt ein Gasnetz — dort ist Heizöl die einzige praktikable Lösung.
Umweltaspekte und CO2-Bilanz
Bei der Verbrennung von Heizöl werden pro kWh etwa 266 Gramm CO2 freigesetzt, bei Erdgas sind es rund 202 Gramm. Auf den ersten Blick schneidet Gas also besser ab. Allerdings relativiert sich dieser Unterschied, wenn man die Vorkette berücksichtigt: Die Förderung und der Transport von Erdgas verursachen erhebliche Methanemissionen, und Methan ist als Treibhausgas 80-mal wirksamer als CO2.
Moderne Öl-Brennwertheizungen arbeiten mit Wirkungsgraden von über 98 Prozent und reduzieren den Heizölverbrauch gegenüber älteren Anlagen um bis zu 30 Prozent. In Kombination mit Solarthermie oder Bio-Heizöl lässt sich die CO2-Bilanz weiter verbessern.
Zukunftsperspektive
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt ab 2024 vor, dass neue Heizungen mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen müssen. Bestehende Heizungen dürfen weiter betrieben werden, und eine Reparatur ist jederzeit möglich. Für Heizölkunden bedeutet das: Die bestehende Anlage ist nicht in Gefahr, und eine schrittweise Modernisierung über Hybridlösungen ist möglich und förderfähig.
Synthetische Brennstoffe (E-Fuels) und klimaneutrales Heizöl (HVO) befinden sich in der Entwicklung und könnten Ölheizungen langfristig klimaneutral machen. Die bestehende Infrastruktur — Tanks, Leitungen, Brenner — kann grundsätzlich weitergenutzt werden, was einen enormen Vorteil gegenüber einem kompletten Systemwechsel darstellt.
Unser Fazit
Beide Energieträger haben ihre Berechtigung. Heizöl bietet maximale Unabhängigkeit, freie Lieferantenwahl und Versorgungssicherheit. Erdgas punktet beim Platzbedarf und den etwas geringeren direkten CO2-Emissionen. Für viele Hausbesitzer in Remscheid und dem Bergischen Land ist Heizöl die bessere Wahl — insbesondere dort, wo kein Gasanschluss vorhanden ist.
Wir beraten Sie ehrlich und ohne Druck. Rufen Sie uns an unter 02191 80793 und lassen Sie sich individuell beraten, welcher Energieträger für Ihre Situation der richtige ist.
R. Tesche GmbH
Fachredaktion
WHG-zertifizierter Fachbetrieb seit 1888. Seit über 137 Jahren versorgen wir Familien in Remscheid und dem Bergischen Land mit Energie, Tankschutz und kompetenter Beratung.