Das Wichtigste in Kürze
- Die Brennwerttechnik ist die effizienteste Methode, Heizöl in Wärme umzuwandeln.
Brennwerttechnik für Ölheizungen — So sparen Sie bis zu 30%
Die Brennwerttechnik ist die effizienteste Methode, Heizöl in Wärme umzuwandeln. Während herkömmliche Niedertemperaturkessel einen Wirkungsgrad von 85 bis 90 Prozent erreichen, schafft ein Öl-Brennwertkessel über 98 Prozent. Das bedeutet: Nahezu die gesamte im Heizöl enthaltene Energie wird als Wärme genutzt. Für Hausbesitzer in Remscheid und dem Bergischen Land eine lohnende Investition.
So funktioniert die Brennwerttechnik
Das Prinzip der Brennwerttechnik beruht auf der zusätzlichen Nutzung der Abgaswärme. Bei einer konventionellen Heizung entweichen die heißen Abgase mit Temperaturen von 150 bis 200 Grad Celsius durch den Schornstein — und mit ihnen wertvolle Energie. Ein Brennwertkessel kühlt die Abgase so weit ab, dass der im Abgas enthaltene Wasserdampf kondensiert.
Bei dieser Kondensation wird die sogenannte latente Wärme freigesetzt, die zusätzlich dem Heizsystem zugeführt wird. Das Kondensat — schwach saures Wasser — wird in die Kanalisation abgeleitet. Durch diesen Prozess steigt der Nutzungsgrad der Heizung auf über 98 Prozent bezogen auf den Heizwert, rechnerisch sogar auf rund 104 Prozent bezogen auf den unteren Heizwert.
Voraussetzungen für den Einbau
Der Einbau eines Öl-Brennwertkessels erfordert einige Anpassungen am bestehenden System. Der Schornstein muss feuchteunempfindlich sein, da die abgekühlten Abgase kondensieren. In der Regel wird ein Edelstahlrohr in den bestehenden Schornstein eingezogen — eine Maßnahme, die rund 1.000 bis 2.000 Euro kostet.
Die Heizungsrohre und Heizkörper müssen in der Lage sein, mit niedrigen Vorlauftemperaturen zu arbeiten. Ideal sind Fußbodenheizungen oder großflächige Heizkörper, die mit Vorlauftemperaturen von 35 bis 50 Grad Celsius auskommen. Aber auch mit konventionellen Heizkörpern funktioniert die Brennwerttechnik — der Einspareffekt ist lediglich etwas geringer.
Ein Kondensat-Ablauf in die Kanalisation muss vorhanden sein. Das Kondensat ist leicht sauer (pH 3 bis 5) und muss bei Anlagen über 200 kW neutralisiert werden. Bei typischen Einfamilienhaus-Anlagen unter 50 kW kann das Kondensat direkt in den Abfluss geleitet werden.
Kosten einer Öl-Brennwertheizung
Ein neuer Öl-Brennwertkessel für ein Einfamilienhaus kostet inklusive Einbau zwischen 8.000 und 12.000 Euro. Hinzu kommen die Kosten für die Schornsteinanpassung (1.000 bis 2.000 Euro) und gegebenenfalls den hydraulischen Abgleich (500 bis 1.000 Euro). In Summe liegt die Investition bei 10.000 bis 15.000 Euro.
Nach Abzug der staatlichen Förderung — die BEG fördert die Heizungsoptimierung mit bis zu 20 Prozent — reduziert sich der Eigenanteil auf 8.000 bis 12.000 Euro. Wer gleichzeitig eine Solarthermie-Anlage installiert, kann zusätzliche Förderung erhalten.
Amortisation und Einsparung
Die Einsparung durch Brennwerttechnik hängt vom bisherigen Heizungstyp und dem Zustand der Anlage ab. Beim Umstieg von einem alten Standardkessel (Baujahr vor 1990) sind Einsparungen von 25 bis 30 Prozent realistisch. Beim Umstieg von einem Niedertemperaturkessel (Baujahr 1990 bis 2005) liegen die Einsparungen bei 10 bis 15 Prozent.
Bei einem Jahresverbrauch von 3.000 Litern Heizöl und einer Einsparung von 25 Prozent spart ein Hausbesitzer rund 750 Liter pro Jahr. Bei einem Heizölpreis von 1,00 Euro pro Liter sind das 750 Euro jährliche Ersparnis. Die Investition von 10.000 Euro amortisiert sich damit in etwa 13 Jahren — bei steigenden Energiepreisen schneller.
Berücksichtigt man zusätzlich die eingesparte CO2-Steuer (2026: rund 20 Cent pro Liter), erhöht sich die jährliche Ersparnis auf rund 900 Euro, und die Amortisation verkürzt sich auf 11 Jahre. Über die gesamte Lebensdauer des Kessels von 20 bis 25 Jahren ergeben sich Gesamteinsparungen von 15.000 bis 20.000 Euro.
Förderungen für Brennwertheizungen
Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) fördert den Einbau von Öl-Brennwertanlagen als Einzelmaßnahme mit einem Grundfördersatz. Besonders attraktiv ist die Förderung, wenn die Brennwertheizung mit einer Solarthermie-Anlage kombiniert wird — dann gelten die höheren Fördersätze für Hybridheizungen.
In NRW stehen zusätzlich Landesfördermittel zur Verfügung, die mit den Bundesmitteln kombiniert werden können. Wir empfehlen, vor der Beauftragung die aktuellen Förderbedingungen zu prüfen und die Anträge rechtzeitig zu stellen.
Wartung und Pflege
Ein Öl-Brennwertkessel sollte einmal jährlich gewartet werden. Dabei wird der Brenner gereinigt und eingestellt, der Wärmetauscher von Rußablagerungen befreit und der Kondensat-Ablauf geprüft. Eine regelmäßige Wartung sichert den hohen Wirkungsgrad und verlängert die Lebensdauer der Anlage.
Besonders wichtig bei Brennwertheizungen: Die Qualität des Heizöls muss stimmen. Schwefelarmes Heizöl EL ist Pflicht, da ein höherer Schwefelgehalt zu aggressivem Kondensat und Korrosion führen kann. Premium-Heizöl mit Additiven verbessert die Verbrennung zusätzlich und reduziert Ablagerungen im Wärmetauscher.
Unsere Empfehlung
Wenn Ihre Ölheizung älter als 15 bis 20 Jahre ist, lohnt sich der Umstieg auf Brennwerttechnik fast immer. Die Kombination aus Energieeinsparung, CO2-Steuer-Reduzierung und staatlicher Förderung macht die Investition wirtschaftlich attraktiv. Wir beraten Sie gerne und empfehlen Ihnen Partnerbetriebe für den Einbau. Rufen Sie uns an unter 02191 80793.
R. Tesche GmbH
Fachredaktion
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